Es ist bereits eine geraume Zeit vergangen, seit ich das letzte mal den „New Post“ Button von meinen Blog hier betätigt habe. An mangelnder Zeit kann es nicht liegen, schließlich bin ich schon seit fast einer Woche fertig mit dem studieren, es ist eher ein Mangel an Motivation. Aber jetzt habe ich mich wieder einmal überwunden und es folgt ein Reisebericht über den Besuch der größten Insel Schwedens: Gotland
Stattgefunden hat der Spaß bereits letztes Wochenende.

Organisiert wurde das ganze wieder mal vom VIS (Växjö International Students) und wir mussten uns nur anmelden und konnten uns danach zurücklehnen, was das organisatorische betraf. Los ging das ganze erst um halb 6 abends, was mir anfangs nicht ganz verständlich erschien, aber als Argument wurde hier die zu späteren Zeiten verbilligte Fähre genannt, um die man nicht herumkommt, um überhaupt auf das Inselchen zu kommen.
Jeder von euch kennt Gotland, wenn auch nicht bewusst: Hier wurde sämtliche Pippi Langstrumpf Filme gedreht, und hier steht auch die originale Villa Kunterbunt, die jedoch nicht zu unserem Reiseplan gehörte.
Nach 2 Stunden Bus, 3 Stunden Fähre plus minus Geplänkel kamen wir dann um ca 1 Uhr mitternacht auf unserem Campingplatz an. Campingplatz? Jawohl, jedoch ohne Zeltbauerei, sondern mit mit Luxusappartments vergleichbaren Kabinen, zumindest von der Ausstattung her, Platz ist ein anderes Thema (6 Personen pro Kabine).

Abends tat sich dann natürlich nicht mehr viel, außer dass wir einen verrückten Japaner dabei bewundern durften, nackt die ganze Straße entlang zu laufen. Auf diesen Reis(fr)esser werde ich später noch mal zurückkommen…
Nächsten Tag ging es dann in die ehemalige Hansestadt Visby, diese ist geprägt von Ruinen von Mauern, Kirchen und Türmen, engen Gassen und einfach einem ganz speziellen mittelalterlichen Flair. Hier ein Panoramabild, das bei traumhaften Wetter das ganz gut wiedergibt (draufklicken für höhere Auflösung):

Zu unserem Glück hatte eine verrückte Eisdiele genau an diesem Tag die glorreiche Idee, 150kg Eis zu verschenken, ich als Eistiger hab mir diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen!
Eine andere erwähnenswerte Situation: Ein paar Schwedinnen vom VIS haben im Park von Visby Bier konsumiert. Wäre ja für uns Österreicher auch keine Besonderheit, aber hier in Schweden ist das eine Ordnungswidrigkeit! Erlaubt ist es, Getränke mit einem Alkhoholgehalt von 3,5% zu verzehren. Zum Pech von einer der VISler hatte sie ein 4,2% Bier, und um dieses Pech in Zahlen auszudrücken: Sie darf nun 500 Kronen dank einer Zivilstreife an den schwedischen Staat überweisen. 500 Kronen sind ungefähr 50 Euro, und das für 0,7% Alkohol, schon Wahnsinn oder?

Abends ging es dann in ein Restaurant, dass nach dem Essen zur Disko wurde. So spart man sich einen Locationwechsel, schon praktisch. Außerdem war dieses Essen und ein Getränk im VIS-Preis inkludiert. Aufgrund von einer ordentlicher Preparty (wird wieder eine Zeit dauern bis ich das heimatliche Vorglühen wieder übernehme), habe ich dort original kein Geld gebraucht. Was bei Stamperlpreisen von 72 Kronen und Bierpreisen um die 50 Kronen auch kein Vergnügen gewesen wäre.
Nächster Tag: Mussten zeitig unsere Kabinen plitzeplank verlassen und machten uns auf den Weg zur Touristenattraktion von Gotland schlechthin: Den Rauksteinen. Es war eine längere Busfahrt und mein Bedürfnis nach Schlaf hatte eine ungleich höhere Priorität als das Bedürfnis die tolle Landschaft der Insel zu bewundern, was übersetzt soviel heißt wie: „I hob pfiffen wie ein Bär“
Anscheinend ging es Ewigkeiten auf einer einspurigen Straße durch das Naturreservat, bis wir endlich bei diesen bizarren Steinen angekommen sind. Bei diesen Steinen kam der Klettermax in mir durch und auch die vortags gekauften Würste wurden ihrer Bestimmung bei einem BBQ quasi direkt neben den Steinen ihrer endgültigen Bestimmung übergeben. Die VISler hatten ein paar Einweggriller gekauft, die jedoch alle geschlagene 1,5 Stunden von ca 20 Japanern und Chinesen besetzt wurden (siehe unten erstes Bild), die ihrer halben Hendl und was weiß ich noch alles da draufgehaut haben. Auf jeden Fall hab ich die fast nie Essen sehen, irgendwie immer nur grillen. So blieben dem Rest (wir waren 100 Leute!) eine originale Feuerstelle oder man hatte das Glück, vor oder nach den Japsn einen Einweggriller zu ergattern.



Nun aber zu dem verrückten, flitzenden Japaner von vorhin: Der hat die einzigartige Location dafür hergenommen, seinen persönlichen Pinupkalender zu produzieren. Meine Meinung: Dem rennts net ganz, aber macht euch selber ein Bild:
Naja, und dann war der tolle Ausflug leider schon wieder mehr oder weniger vorbei. Es ging noch zurück nach Visby, dann auf die Fähre, wieder mit dem Bus nach Växjö und fertig war der Spaß.