Verfasst von: Florian | Juni 2, 2008

Closing Post

Die letzen Wochen haben nur wenig Gelegenheit geboten, diverse Einträge zu verfassen: 1 Woche Amsterdam, Brüssel; 1 Woche Österreich und jetzt gerade 1 Woche paradiesische Zustände in Schweden.

Diese Wochen würden zwar genug Stoff für enigie Posts liefern, jedoch lässt meine Motivation dazu sehr zu wünschen übrig, außerdem bin ich ja eh bald daheim, ein paar Sachen kann ich ja im alteingesessenen mündlichen Stil auch weitergeben.

Vorgestern war bereits die offizielle Goodbye Party und es ist einfach unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass bereits in 10 Tagen das Auslandssemester auch im Party- und Relaxingteil schweren Herzens vorbei sein wird.

Mein Resümee von Växjö: Ich hatte eigentlich so gut wie keine Erwartungen an das Auslandssemester, aber hätte ich welche gehabt, diese hätten noch so umfangreich und hoch sein können, Växjö hätte sie alle übertroffen. Meine einzige Hoffnung war eigentlich nur, dass die Uni nicht zu stressig wird, und wie allgemein bekannt sein dürfte, diese Erwartung wurde um mehr als eine Nasenlänge übertroffen ;-)

Jeder, der auch nur irgendwie die Möglichkeit hat, ein Auslandssemester zu machen, der muss es einfach machen! Auch wenn vielleicht am Anfang diverse Ängste auftauchen sollten, sie werden sich schnell in einem Feuerwerk aus unbeschreiblichen Erfahrungen, internationalen Freundschaften, dutzende Partynächte, unbegrenzter Reiselust und einfach einem unersetzlichen Lebensabschnitt auflösen.

Ein großes Danke an die treue Leserschaft und an die vielen Komentare. Dieser Blog ist hiermit offiziell geschlossen, zumindest bis zu meinem nächsten Auslandssemester im Masterstudium ;)

Verfasst von: Florian | Mai 9, 2008

Breaking News

Was? Der Flo macht schon wieder einen Eintrag? Was ist denn da los?

Und zwar steht seit heute fest, dass mich geschäftliche Pflichten dazu bewegt haben, bereits am 20 (!) Mai nach hause zu fliegen. Und das quasi direkt nach Amsterdam und Brüssel, von wo ich am 19. Mai wieder zurück nach Växjö komme. Da bleibt mir also keine Zeit zum groß Reden schwingen und Abschied feiern., ich habe also nur mehr vier Tage hier in Växjö, Arrgh!

Um mich dann von dem ganzen Arbeitsstress erholen zu können, werde ich gleich danach auf Urlaub fliegen, und zwar geht es direkt auf Partyurlaub, in das sonnige…..(trommelwirbel)…Växjö!

Ich meine, ich kann doch nicht so einfach und radikal von hier verschwinden, das wäre doch unvereinbar mit mir selber, wenn ich jetzt quasi nur mehr vier Tage hier am Campus wäre und ich die große Goodbye Party versäumen würde.

Ich fliege quasi zum Arbeiten aus meinem Urlaub heim, des hat schon was oder? Wäre praktisch wenn das bei meinen zukünftigen Arbeitsplätzen genauso wäre, aber das wird es wohl nicht spielen…

Verfasst von: Florian | Mai 8, 2008

Campus

Die mir gebotene Freizeit und das daraus resultierende nachdenken haben mich bereits zu der Erkenntnis gebracht, dass ich zwar Fotos von Moskau, St. Petersburg, Kopenhagen, Stockholm, Göteborg usw habe, aber eigentlich keine vom Campus! Schließlich handelt es sich hier um einen Mikrokosmos, der von mir eigentlich fast nur zur Reisezwecken verlassen wird, und mit dem ich wohl nach meiner Zeit hier die meisten Erinnerungen verknüpfen werde.

Da das Wetter bereits seit mehr als einer Woche einfach traumhaft ist, habe ich mal die Kamera ausgepackt und ein paar Fotos vom Campus geschossen. Also mit dem Grün und so weiter finde ich, sieht der Campus echt traumhaft aus. Bei diesem Wetter findet man immer Leute die auf der Wiese sitzen und einfach nur das Wetter genießen.

Ich habe auch schon ein paar Fotos von Växjö gemacht, sieht ebenfalls umwerfend aus, und mal sehen wann hier der Upload erfolgt ;)

Verfasst von: Florian | Mai 6, 2008

Semesterende

Wer bereits den vorigen Eintrag über Gotland gelesen hat, wird sich vielleicht gedacht haben, wie kann das sein dass der Flo nur so nebenbei erwähnt, dass sein Semester vorbei ist, normal müsste er das doch genüßlich zelebrieren. Hier kommt die Antwort, die eiskalte Abrechnung mit dem universitätstechnischen Semester in Växjö:

Eines muss man im nachhinein sagen, ich habe mit meiner Kursauswahl wortwörtlich den Vogel abgeschossen, es ist unglaublich wie billig ich hier an 30 ECTS Punkte gekommen bin, ich möchte sogar sagen: Sie wurden mir geschenkt!

Von den 4 Kursen die ich hier belegt habe, hatte ich nur in einer eine Klausur und die im Schwedischkurs extra für Austauschstudenten. Meine Note war ein B, was daheim soviel wie eine 1 bedeutet und das alles ohne richtigen Lernaufwand. Soweit ich mich erinnern kann, haben glaube ich alle deutschsprachigen nichts schlechteres wie ein B gehabt, weil sich die Sprachen doch sehr ähnlich sind.

Die anderen Kurse waren nicht mal die zeitlichen Ressourcen wert, die sie in Anspruch nahmen. Über Facilities Planning mit unserer lieben Anna G. habe ich schon genug Worte verloren, aber noch ein paar Sätze zu meinem letzten Kurs, der sich über den ganzen April gezogen hat: Es war ein IT Kurs, und witzigerweise behandelten wir die selben Themen wie im 3tem Semester in Steyr. Relevant für die Note waren vier Paper, von denen zwei in einer Gruppe von vier Personen verfasst werden mussten, und diese zwei durften einmal nicht länger wie 6 und einmal nicht länger wie 8 Seiten sein! Die Individualpaper waren sowieso mit zwei Seiten limitiert.

Anfangs machte meine Gruppe einen motivierten Eindruck und ich dachte ich könnte mich dezent im Hintergrund halten, nachdem ich aber das erste Mal was von denen zu lesen bekommen habe, hat es mir die Haare aufgestellt. Ich habe tatsächlich für nur zwei Seiten englischen Text über eine Stunde für die Korrektur gebraucht, weil man nicht einmal den Sinn von den meisten Sätzen erkennen konnte.

Außerdem hatte ich in diesem Kurs wieder meine Lieblingslehrerin als Tutor und nach den paar Sitzungen mit ihr, mir und meinen Gruppen hat sie mich tatsächlich gefragt, warum ich diese beiden Kurse (Also Facilities Planning und IT) eigentlich mache, ich weiß ja mehr wie sie! Für Facilities Planning hat sie sogar zugegeben, dass sie auf diesem Gebiet eigentlich keine Erfahrung hat, schon schlimm wenn man so jemanden als Professor vor die Nase gesetzt bekommt.

Was ich hier auch gelernt habe: Es war scheissegal WAS man auf eine Frage antwortete, hauptsache man redete IRGENDETWAS. Es kam nie ein Gegenargument, nie eine Richtigstellung, nichts. Immer nur ein Kopfnicken oder maximal ein Maybe. Da ist mir unser lieber Herr Studiengangsleiter schon abgegangen, der jedes Wort und die komplette Gramatik jedes ausgesprochenen Satzes seziert und dir wieder an den Kopf zurückwirft, bis du das Richtige gesagt hast, oder nervlich aufgibst.

Der Grund dafür liegt einfach darin, weil die Professoren bei einer Frage sich nicht überlegen, was für eine Antwort sie eigentlich haben wollen bzw. wissen sie die Antwort oft selber nicht, bis sie die Lösung halt auf der nächsten Powerpointfolie finden.

Naja, der Zeitraum über denen sich meine Vorlesungsbesuche betrug ungefähr 3 Monate und in dieser Zeit hatte ich absolut nie das Gefühl, auch nur annähernd in die Nähe einer Situation zu kommen, die in der Nähe einer anderen Situation ist, die wiederum in der Nähe einer nächsten Situation ist, die im entferntesten Sinne vielleicht irgendwann mal das Wort Stress aufgeschnappt hat.

Theoretisch könnte ich also schon seit einer Woche daheim sein, meine Unipflichten sind erfüllt und abgeschlossen, aber ich bin doch nicht bescheuert und lass mir den ganzen Spaß entgehen, der sich mir in diesem Monat noch bietet! Die Zeit hier am Campus ist mir schon derart ans Herz gewachsen, dass ich eigentlich überhaupt nicht daran denken will, dass ich in fünf (!) Wochen schon wieder österreichische Gelsen erschlagen muss.

Langweilig wird mir definitiv nicht, ich hoffe das Wetter bleibt schön, ansonsten lasse ich mich überraschen, was mir mein freies Monat noch so alles bieten wird :D

Verfasst von: Florian | Mai 4, 2008

Gotland

Es ist bereits eine geraume Zeit vergangen, seit ich das letzte mal den „New Post“ Button von meinen Blog hier betätigt habe. An mangelnder Zeit kann es nicht liegen, schließlich bin ich schon seit fast einer Woche fertig mit dem studieren, es ist eher ein Mangel an Motivation. Aber jetzt habe ich mich wieder einmal überwunden und es folgt ein Reisebericht über den Besuch der größten Insel Schwedens: Gotland
Stattgefunden hat der Spaß bereits letztes Wochenende.

Organisiert wurde das ganze wieder mal vom VIS (Växjö International Students) und wir mussten uns nur anmelden und konnten uns danach zurücklehnen, was das organisatorische betraf. Los ging das ganze erst um halb 6 abends, was mir anfangs nicht ganz verständlich erschien, aber als Argument wurde hier die zu späteren Zeiten verbilligte Fähre genannt, um die man nicht herumkommt, um überhaupt auf das Inselchen zu kommen.

Jeder von euch kennt Gotland, wenn auch nicht bewusst: Hier wurde sämtliche Pippi Langstrumpf Filme gedreht, und hier steht auch die originale Villa Kunterbunt, die jedoch nicht zu unserem Reiseplan gehörte.

Nach 2 Stunden Bus, 3 Stunden Fähre plus minus Geplänkel kamen wir dann um ca 1 Uhr mitternacht auf unserem Campingplatz an. Campingplatz? Jawohl, jedoch ohne Zeltbauerei, sondern mit mit Luxusappartments vergleichbaren Kabinen, zumindest von der Ausstattung her, Platz ist ein anderes Thema (6 Personen pro Kabine).

Abends tat sich dann natürlich nicht mehr viel, außer dass wir einen verrückten Japaner dabei bewundern durften, nackt die ganze Straße entlang zu laufen. Auf diesen Reis(fr)esser werde ich später noch mal zurückkommen…

Nächsten Tag ging es dann in die ehemalige Hansestadt Visby, diese ist geprägt von Ruinen von Mauern, Kirchen und Türmen, engen Gassen und einfach einem ganz speziellen mittelalterlichen Flair. Hier ein Panoramabild, das bei traumhaften Wetter das ganz gut wiedergibt (draufklicken für höhere Auflösung):

Zu unserem Glück hatte eine verrückte Eisdiele genau an diesem Tag die glorreiche Idee, 150kg Eis zu verschenken, ich als Eistiger hab mir diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen!

Eine andere erwähnenswerte Situation: Ein paar Schwedinnen vom VIS haben im Park von Visby Bier konsumiert. Wäre ja für uns Österreicher auch keine Besonderheit, aber hier in Schweden ist das eine Ordnungswidrigkeit! Erlaubt ist es, Getränke mit einem Alkhoholgehalt von 3,5% zu verzehren. Zum Pech von einer der VISler hatte sie ein 4,2% Bier, und um dieses Pech in Zahlen auszudrücken: Sie darf nun 500 Kronen dank einer Zivilstreife an den schwedischen Staat überweisen. 500 Kronen sind ungefähr 50 Euro, und das für 0,7% Alkohol, schon Wahnsinn oder?

Abends ging es dann in ein Restaurant, dass nach dem Essen zur Disko wurde. So spart man sich einen Locationwechsel, schon praktisch. Außerdem war dieses Essen und ein Getränk im VIS-Preis inkludiert. Aufgrund von einer ordentlicher Preparty (wird wieder eine Zeit dauern bis ich das heimatliche Vorglühen wieder übernehme), habe ich dort original kein Geld gebraucht. Was bei Stamperlpreisen von 72 Kronen und Bierpreisen um die 50 Kronen auch kein Vergnügen gewesen wäre.

Nächster Tag: Mussten zeitig unsere Kabinen plitzeplank verlassen und machten uns auf den Weg zur Touristenattraktion von Gotland schlechthin: Den Rauksteinen. Es war eine längere Busfahrt und mein Bedürfnis nach Schlaf hatte eine ungleich höhere Priorität als das Bedürfnis die tolle Landschaft der Insel zu bewundern, was übersetzt soviel heißt wie: „I hob pfiffen wie ein Bär“

Anscheinend ging es Ewigkeiten auf einer einspurigen Straße durch das Naturreservat, bis wir endlich bei diesen bizarren Steinen angekommen sind. Bei diesen Steinen kam der Klettermax in mir durch und auch die vortags gekauften Würste wurden ihrer Bestimmung bei einem BBQ quasi direkt neben den Steinen ihrer endgültigen Bestimmung übergeben. Die VISler hatten ein paar Einweggriller gekauft, die jedoch alle geschlagene 1,5 Stunden von ca 20 Japanern und Chinesen besetzt wurden (siehe unten erstes Bild), die ihrer halben Hendl und was weiß ich noch alles da draufgehaut haben. Auf jeden Fall hab ich die fast nie Essen sehen, irgendwie immer nur grillen. So blieben dem Rest (wir waren 100 Leute!) eine originale Feuerstelle oder man hatte das Glück, vor oder nach den Japsn einen Einweggriller zu ergattern.

Nun aber zu dem verrückten, flitzenden Japaner von vorhin: Der hat die einzigartige Location dafür hergenommen, seinen persönlichen Pinupkalender zu produzieren. Meine Meinung: Dem rennts net ganz, aber macht euch selber ein Bild:

Naja, und dann war der tolle Ausflug leider schon wieder mehr oder weniger vorbei. Es ging noch zurück nach Visby, dann auf die Fähre, wieder mit dem Bus nach Växjö und fertig war der Spaß.

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